Die Texterschmiede ist keine normale Schule. Theoretiker werden es hier schwer haben. Denn alle Studenten erhalten zu Beginn des Studiums einen Praktikumsplatz in einer der Hamburger Förderagenturen. Einem erfahrenen Texter zugeteilt, werden sie für sechs Monate ins kalte Agenturwasser geworfen. Dort lernen die Studenten das Texterhandwerk vom Briefing bis zur Realisation. Um noch mehr Praxiserfahrung zu sammeln, geht’s anschließend für sechs Monate in eine zweite Werbeagentur. Also zweimal sechs Monate Agenturpraxis.
Doch das ist nur die Hälfte des Studiums. Zwölf Monate lang – montags bis donnerstags von 18 bis 21 Uhr heißt es in den Räumen der Texterschmiede texten, texten, texten. Denn Texten lernt man nicht durch Vorträge. Nicht durch Zuhören. Nicht durch Lesen und nicht im Internet. Texten lernt man durch Schreiben, Ausprobieren, Verwerfen, Neuschreiben, Korrigieren, Überarbeiten, Überdenken, Infragestellen, Wiederneuangehen, Finetunen. Bei realen Werbeagentur-Briefings. Den Unterricht geben ca. 181 Texter, Kreativdirektoren und Geschäftsführer aus dem Kreis der Förderagenturen.
Man lernt also bei seinen Chefs von morgen. Und das in den Fächern Texttheorie, Textpraxis, Konzeption und Kreativtechniken. Man lernt, wie man eine Anzeigencopy schreibt. Oder einen TV-Spot. Oder ein Mailing. Eine Promotion. Eine Homepage. Eine Pressemitteilung und, und, und. Begleitet durch Kurse in Marketing, Strategie und Produktionstechnik. Abgerundet wird das Studium zum „ausgebildeten Texter“ durch fünf benotete on-the-job-Hausarbeiten und eine Semesterarbeit