PRESSE

01.04.2009 : Werdegänge
erschienen in: PAGE
 

Autodidakten, Quereinsteiger, diplomierte Designer, Masterabsolventen, ausgebildete Gestalter – es scheint für Kreative keine festen Pfade, wie sie ins Berufsleben starten und ihre Karrieren sich entwickeln, sondern immer nur individuelle Wege. Wir stellen drei unterschiedliche vor.

 

Ziel Traumjob: Der direkte Weg

 

Julia Meissner (23 Jahre) arbeitet seit drei Monaten als Junior Texterin bei der Agentur Zum Goldenen Hirschen in Hamburg. Nach ihrem Fachabitur mit dem Schwerpunkt Gestaltung ging sie an die Texterschmiede Hamburg. Der gemeinnützige Verein, getragen von einem Förderkreis aus 70 Werbeagenturen und Unternehmen aus Wirtschaft und Medien, bietet eine praxisorientierte Texterausbildung, bestehend aus zwei sechsmonatigen Praktika in Agenturen sowie dreistündigem abendlichen Unterricht, erteilt von 180 Werbeprofis.

 

Ihr bisheriger Werdegang wirkt sehr zielstrebig. Wann hatten Sie die Idee Texterin zu werden?

Julia Meissner: Schon al sich 13 war, hat mich Werbung fasziniert und ich habe mir das Brettspiel „Brainstorm“ gekauft, bei dem zwei konkurrierende Spieler eine Kampagnenidee entwickeln, man also prüfen konnte, ob man in der Lage ist, werbetaugliche Ideen zu entwickeln. Ich habe damals noch nicht einmal die Spielanleitung verstanden, konnte mir auch nichts unter einem CD vorstellen, aber die Faszination war da. Nach dem Fachabi habe ich mich an den Copytest der Texterschmiede gewagt.

 

Wie verlief Ihre Ausbildung?

Nachdem ich den Copytest bestanden hatte, gab es unter den 60 Besten in der Schmiede eine zweite Prüfung, bei der 20 rausflogen. Unsere Gruppe war total bunt gemischt, jede Menge Quereinsteiger, auch viele abgebrochene Grafikstudenten, der Älteste war 36. Die Ausbildung war schon stressig. Bis 17 Uhr in der Praktikumsagentur und dann drei Stunden Vorlesung. Ständig mussten wir Hausarbeiten schreiben und dann die halbjährige Semesterarbeit. Mir war die Arbeitsbelastung aber egal, ich hab das gerne gemacht – schöner Stress.

 

Wie fanden Sie Ihren jetzigen Job als Junior-Texterin?

Nach der Ausbildung wollte ich gerne in eine Klassikagentur, also nicht bei meiner Praktikumsagentur bleiben, wie es die meisten tun. Ich habe meine Mappe zusammengestellt, die nur Arbeiten enthielt, die mir gefielen. Ja, und bei der ersten Adresse, Zum Goldenen Hirschen, hat es schon geklappt. Jetzt habe ich meinen Traumjob und bin absolut erstaunt, wie viel Verantwortung mir schon zugetraut wird.

 

Wie denken Sie über Ihren Berufseinstieg im Nachhinein?

Auch wenn die meisten Texter als Quereinsteiger über Praktika zu ihren Jobs kommen, halte ich den Weg über die Texterschmiede für einfacher und vor allem effektiver. In dem Jahr dort pflegen 40 Leute enge Kontakte zueinander. Man erfährt, wie es in all den anderen Praktikumsagenturen zugeht, kennt überall Leute. Ich wäre nicht da, wo ich jetzt bin.

 
 
 
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